Potsdamer Erlebnisse
Samstag, Juli 26th, 2008In wenigen Stunden bricht die 4. Shoppingnacht über Potsdam herein und “Hinz und Kunz” bevölkern wieder die Straßen …
In wenigen Stunden bricht die 4. Shoppingnacht über Potsdam herein und “Hinz und Kunz” bevölkern wieder die Straßen …
Die Stadtwerke Potsdam lassen es in diesem Jahr ordentlich krachen: Zum alljährlichen Stadtwerke-Festival im Neuen Lustgarten spielen diesmal die altgedienten Gitarrenrocker von ZZ TOP und Thin Lizzy (Sonnabend, 12.Juli 2008 ab 20:15 Uhr) Die drei Tage werden am Freitag (11.Juli) eingeläutet mit italienischen Opernklängen und enden am Sonntag (13. Juli) u.a. mit Big-Band-Musikern aus Potsdam. Also auf den Weg gemacht zu Woodstock in Madstop (potsdaM) … - der Eintritt ist übrigens frei! mehr
Ein paar andere Sachen gibts an jenem Wochenende auch noch: zum Beispiel das Straßenfest in der Hermann-Elflein-Straße oder die Lange Babelsberger Filmnacht im Filmpark Babelsberg. Potsdam ersäuft sich mal wieder selbst in einem kulturellen Überangebot. Aber wenigstens ist für jeden etwas dabei und jeder kann machen, was er will. www.dietmarhaiduk.de
Text & Fotos: Dietmar Haiduk
Die Lenne’sche Feldflur im Norden Potsdams lässt einen auch an einem Sonnabendnachmittag in Urlaubsstimmung geraten: Ruhe, weite Felder - von Spazierwegen durchzogen, schattige Baumanpflanzungen. Kaum ein Spaziergänger, mal ein Mountainbiker oder ein trabendes Pferd mit Reiter - alles in einem sich ruhig dahinziehenden Tempo, passend zur Landschaft. Und alles keine 5 Minuten vom Stadtzentrum Potsdams entfernt. Für die eigene Entdeckungstour hier die Koordinaten für das Auto- oder Fahrradnavi: 52,4331 grd nördliche Breite / 13,0237 grd östliche Länge.
Ein Abend voller trauriger Tangomusik am Jägertor in Potsdam … So langsam wird das zur schönen. alljährlichen Tradition.
Das neue Hans Otto Theater in Potsdam unter einem bedrohlichen Himmel …
Unweit vom Theater der Flatowturm im Park Babelsberg.
Wieder einmal quoll die Stadt an diesem Wochenende über. Autos über Autos und Menschen über Menschen und alles wegen des alljährlichen Tulpenfestes im Holländischen Viertel. Tausende von Tulpen überall. Aber man konnte abseits auch (Foto: heute Nachmittag an der Friedenskirche) entdecken, dass sich manche aus Tulpen so gar nichts machen … Ein paar Querulanten gibt es also immer wieder, die sich vor keinen Karren spannen lassen, zum Glück …
Einer der schönsten, südländischsten Plätze in Potsdam mag der Platz vor dem Nauener Tor sein … die Restaurants, die Palmen, die weißen Sofas der Bars, die im freien platzierten, beleuchteten Tresen … Hier kann man sehen & gesehen werden.
Der schönste und beste Platz in Potsdam allerdings, um nicht nur sehen & gesehen zu werden, sondern auch ins Gespräch zu kommen, ist sicherlich die Kreuzung Dortustraße/Fußgängerzone. An einem Sonntagvormittag ist es nirgends in der Stadt besser - wie hier zwischen Backstoltz und In Vino, um zu frühstücken, den Kaffee zu schlürfen oder ein Glas Sekt zu trinken - und dabei bis weit nach Mittag zu sitzen und vorbeispazierende Leute zu beobachten. Irgendjemand ist immer unter ihnen, dem man einen Gruß zurufen oder zu sich an den Tisch winken kann. Das Essen übrigens ist in beiden Bistros lecker genug, um über ein solch langen, kommunikativen Tag zu kommen … mehr
Nachdem Himmel über Potsdam 5 Tage wegen technischer Probleme nicht erreichbar war, geht es nun aber wirklich weiter … zum Trost an diesem tristen, verregneten Vormittag in Potsdam ein paar Bilder vom gestrigen, faszinierenden Abendhimmel:
das Jägertor in Potsdam
das ehemalige Werner-Alfred-Bad in Potsdam
die Hegelallee in Potsdam

Es geht weiter …
Nach einem schwerzen Sturz, ein paar Tagen Krankenhausaufenthalt und einigen Wochen Abstand zu allem geht es endlich weiter: mit Himmel über Potsdam und blog.dietmarhaiduk.de
Kurz vor sieben Uhr heute Morgen … die Stadt scheint noch ausgestorben und auch im Bagels kann man noch ungestört frühstücken …

Kurz vor 20 Uhr, die Stühle & Tische im Freien sind verwaist (Café&Bar Zum weißen Schwan, Dortustraße) - die Kneipen sind fast leer, die Stimmung eher mies … Aber was soll’s: diese Stadt ist eigentlich fast jeden Abend eine einzige Open Air Fete. Jedenfalls solange das Wetter ok ist, kann man hier ja auch sonst jede Menge Straßenmusiker vor den Kneipen und Cafés erleben und die verzaubern diese Stadt manchmal wirklich in einen eher südländisch anmutenden Ort. Nur eben heute nicht …
In über 100 Städten weltweit und gleichzeitig … Das richtige Sommeranfangswetter ist es nicht, auch nicht um in Partystimmung zu kommen, aber wer weiß, vielleicht ändert sich das schnell, wenn es in zwei, drei Stunden an fast zwanzig Spielorten der Stadt so richtig losgeht: unter anderem im Daily Coffee am Nauener Tor mit Aeroclub (rock, pop, powerpop), im Hafthorn in der Friedrich-Ebert-Straße mit J.beat X (cross metal) oder im Bermudadreieck Dortustraße: Bar Gelb, Craddock & Irish Pub mit Funktastiks (jazz, funk, soul) … Mehr Infos auf www.fete-potsdam.de
So langsam wird das Stadtwerkefest zu einem Stadtfestival. Diesmal werden es wohl rund 80.000 gewesen sein, die in den letzten 9 Stunden in den Neuen Lustgarten von Potsdam pilgerten. Wen man lange nicht gesehen hatte in der Stadt, konnte man mit Sicherheit hier treffen. Das Verrückte: bei den Puhdys singen tatsächlich die 16jährigen die Texte mit, und eine Gianna Nannini ist so explosiv, so rauh und dabei so emotional auf der Bühne, wie vor 15,20 Jahren. Ein verrücktes Comeback …
Mich plagt gerade die bittere Erkenntnis, dass die Aussicht, morgen Abend ein paar altgediente Bands beim Stadtwerkefest in Potsdam live erleben zu können, das depressiöze *** Potential eines typischen Wochenendes ins Unermessliche heben könnte - nämlich wenn man feststellen muss, dass man eine Band, wie die Puhdys, zuletzt vor 29 (in Worten: neunundzwanzig) Jahren live auf einer Bühne erlebt hat: Es war ein Konzert in einer Messehalle in Leipzig und die Puhdys spielten, wenn ich mich recht erinnere, als Vorband
von Roger Chapman, der mit seinem Hit “Shadow On A Wall” damals tourte und tatsächlich den Osten streifte. Roger Chapman war vor einiger Zeit live beim Stadtwerkefest in Potsdam, die Puhdys sind es nun also morgen … Und ich grübele, ob dieses geballte Auftauchen von Erinnerungen zufällig ist. Man kennt so etwas ja aus Erzählungen anderer, die jenes legendäre weiße Licht schon einmal in ihrem Leben sehen mussten: wenn es auf’s Ende zugeht, rauscht das ganze Leben noch einmal an einem vorbei. Na prima, aber erstmal mach’ ich morgen richtig Party
*** ich weiß, dass es dieses Wort nicht gibt, aber es hat den ironischsten Klang von allen möglichen Varianten …
Waren das im Dezember angenehm kühle Temperaturen …?! Heute Abend dagegen haben wir fast 29 grd. Aber so unerträglich die Temperaturen sind, Potsdam ist in diesen Tagen wohl am schönsten: in irgendeinem Biergarten sitzen und einfach Leben leben …
Endlich Gewitter, endlich Regen … und doch: danach ist alles, wie es war: drückende Schwüle. Binnen Minuten sind die Straßen abgetrocknet. Nur der Himmel bleibt bedrohlich (über dem Hotel am Jägertor, heute Abend gegen acht) Die noch vor einer Stunde eiligst ins Trockene geräumten Biergartentische sind noch immer spärlich besetzt. Was für ein Glück - innehalten im täglichen Abendlärm der Straße. Pech für die Kneiper, Ruhe für Anwohner.
Wer was erleben will, sollte Potsdams Dortustraße besuchen: das Walhalla (Varieté), das Da Vinci (Italienisches Restaurant) die Bar Gelb … und .. und … und …auch eine Schwarzbierkneipe, ein Spanisches Restaurant, ein Bistro, … acht Restaurants und Kneipen auf knapp 100 Metern beidseitig der Straße … Manchmal kann man abends südländisches Flair spüren, dann ist es faszinierend unter offenem Fenster zu schreiben. Manchmal aber möchte man sich auch in die hinterste Ecke seiner Zimmer verziehen, die Ohren unter Bergen von Schall schluckenden Kissen verborgen
Abendhimmel über dem Neuen Lustgarten an der Langen Brücke
Während ich auf www.blog.dietmarhaiduk.de gerade von den bedrohlich aufziehenden Sonnenuntergängen geschrieben habe und dem, was übrig bleibt, am Ende eines Tages, an dem man in den Nachrichten in Deutschland wieder einmal von Sammellagern - diesmal für G8-Gegner - und verfolgten Büchern liest … an so einem Tag also, entdecke ich ein Foto auf meiner alltäglichen Handysammlung, das zunächst bedrohlich wirkt, aber mich nach Sekunden eher fasziniert und aufweckt, den Tag morgen erleben zu wollen … egal, was von einem solchen Tag, wie heute, übrigblieb …
Blick auf den Babelsberger Park mit Flatowturm, heute gegen 19:30 aufgenommen. Dieser Himmel über Potsdam …
Es gibt sie also doch, die blühenden Landschaften … auch in Potsdam. Bei der Ruine im Hintergrund handelt es sich übrigens um das so genannte Brocksche Haus am Kanal, erst kürzlich einem Investor übereignet.
Und wenn mit der Sanierung und Restaurierung alles klappt und auch sonst alles gut geht, könnte sich schon bald ein Potsdamer Museum hinter diesen Mauern befinden … Also, am besten die Adresse schon mal vormerken: Am Kanal in Potsdam. Und bis alles steht und blüht, sind hoffentlich auch die beiden grässlich bunten Autos wieder verschwunden …
Fast still schien es heute in der Stadt nach dem letzten Wochenende: zum Tulpenfest in Potsdam drängten sich fast 35.ooo Menschen durch die beiden winzigen Straßenzüge, die das Holländerviertel teilen. Es gab also jede Menge Menschen, unter ihnen hunderte holländische Künstler und Gäste, Käsespezialitäten, Handwerker, Musiker … und es gab tausende Tulpen, manche von ihnen rechtzeitig in eine preußisch korrekte, kreisrunde Linie gesetzt:
Für die, die es mögen, vielleicht aufregend, märchenhaft, holländisch. Für ein paar Stunden eine andere Welt. Ich aber fahre dann doch lieber nach Holland, um zu sehen, wie die Holländer so leben. Aber wer weiß, vielleicht würde man mich, wie es der Zufall manchmal will, dort unvermutet als echten Potsdamer mitten in einem echten Potsdamer Wasserfest (das zweite Spektakel an diesem Wochenende in dieser Stadt! bitte nicht …) begrüßen … Und ich - für den Bruchteil einer Sekunde unsicher geworden, wo ich denn nun wirklich wäre - würde hinauf zum Himmel blicken und erleichtert wissen: über Potsdam sieht es einfach anderes aus …
So, wie eben - kurz vor 20 Uhr. Der Himmel über meinem Haus.